„Sensibilisieren und solidarisieren: Aufmerksam machen auf Rassismus sowie Diskriminierung und sich gleichzeitig auf die Seite der Betroffenen stellen. Das ist der Sinn der Anlauf- und Beratungs-stelle für Menschenrechte und Demokratie. Sie soll Toleranz, Weltoffenheit und Demokratiebewusstsein stärken und fördern“, kommentiert Norbert Sprafke, unser integrationspolitischer Sprecher, das Ja der Stadtverordneten zu unserem Antrag, besagte Stelle zu schaffen.

„Denn Rassismus und Diskriminierung geht nicht nur die Betroffenen etwas an, sondern jede:n einzelne:n von uns“, ergänzt er. „Und indem die Stadt Kassel eine solche Anlauf- und Beratungsstelle für Vielfalt und Chancen-gleichheit unter dem eigenen Dach einrichtet, leistet sie einen weiteren unverzichtbaren Beitrag, Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus entschieden entgegenzutreten. Zugleich sendet das auch das Signal: Wir stehen für eine gerechte, vielfältige und offene Stadtgesellschaft“, so Sprafke weiter.

Vernetzen & zusammenarbeiten

Die Stelle soll Akteure und Angebote vernetzen, regelmäßigen Austausch ermöglichen und Kooperationsmöglichkeiten schaffen, um Extremismus zu beobachten und präventiv zu begegnen. Drei inhaltliche Schwerpunkte bestimmen dabei ihre Arbeit: Sie soll eine Anlaufstelle sein, an die sich Betroffene mit ihren Rassismuserfahrungen wenden können und Gehör finden, ernst genommen werden sowie Hilfe erfahren. Der zweite Schwerpunkt ist Bildung. So soll die Stelle auch Bildungsangebote für und von Unternehmen, Vereinen und Organisationen koordinieren. „Denn Bildung – formell wie sozial-emotional – ist ein wichtiges Element im Kampf gegen Rechts-extremismus, Rassismus und Hass. Sie ist ein Schutzfaktor, der jedoch immer wieder er-neuert werden muss. Ein Ziel ist es daher, die Stadtgesellschaft für Rassismus und Diskriminierung nachhaltig zu sensibilisieren“, erläutert Sprafke. Zu guter Letzt soll die Stelle auch eine Ausstiegsberatung aus rechts-extremen Strukturen anbieten.

Die inhaltliche Ausrichtung der Stelle ist ein guter Kompromiss zwischen Rot-Grün, der überdies Impulse der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene aufgreift. Hinter dem Antrag standen alle Fraktionen der Kasseler Stadt—verordnetenversammlung. Außer der AfD – was wenig verwundert.

Hessisches Programm zur Demokratieförderung

Abschließend verweist Sprafke darauf, dass die schwarz-grüne Landesregierung jüngst ein Programm zur Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismus-prävention (DEXT) ins Leben rief. „Die Aufgaben der DEXT-Fachstellen passen sehr gut zu jenen der geplanten Kasseler Beratungsstelle. Hier sollten wir überlegen, ob sich auch die Stadt Kassel um die Teilnahme an diesem finanziell geförderten Programm bewirbt, um unsere Anlaufstelle zu einer DEXT-Fachstelle für Demokratieförderung weiterzuentwickeln.“