,

Kopec: Wer Stadtidentität neu definiert, muss sich politischer Kontrolle stellen

„Wer Stadtidentität neu definiert, muss sich politischer Kontrolle stellen. Genau das ist hier nicht passiert. Die Einführung des neuen Stadtlogos erfolgte ohne ausreichende Transparenz, ohne nachvollziehbare strategische Begründung und ohne vollständige Kostenübersicht“, erklärt Ramona Kopec, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die SPD-Fraktion in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung kritisiert die Einführung des neuen Stadtlogos durch den Magistrat scharf. Aus Sicht der Fraktion hätte die Stadtverordnetenversammlung in eine Entscheidung dieser Tragweite zwingend einbezogen werden müssen. Es gehe nicht um eine Nebensächlichkeit, sondern um die Frage, wie sich Kassel nach außen präsentiert und welche Identität die Stadt kommuniziert.
Kopec verweist darauf, dass weder im Kulturausschuss noch im Finanzausschuss noch im Magistrat eine ernsthafte Beratung zur Einführung des neuen Logos stattgefunden habe. Erst durch eine Nachfrage der SPD-Fraktion habe es überhaupt einen Überblick über Hintergründe und Ablauf gegeben. „Das ist kein Detail, das ist ein demokratisches Problem“, so Kopec.
Besonders kritisch sieht die SPD-Fraktion, dass das neue Logo ausgerechnet zentrale kulturelle Bezugspunkte Kassels unsichtbar mache. „Der Oberbürgermeister hat im Finanzausschuss gesagt, das neue Logo solle identitätsstiftend sein. Was könnte identitätsstiftender sein als die documenta? Sie ist ein Aushängeschild dieser Stadt und prägt, wofür Kassel heute weltweit steht“, betont Kopec. Das Stadtwappen stehe „in aller Ehre“ für die historische Identität, aber Identität der Gegenwart bedeute internationale Wahrnehmung, und die sei bei Kassel vor allem mit der documenta verbunden.
Die SPD-Fraktion kritisiert zudem die kulturpolitische Signalwirkung der Entscheidung. „Es entsteht der Eindruck, dass Kunst und Kultur in dieser Frage nicht die Wertschätzung erhalten, die Kassel als documenta-Stadt verdient. Dass der Oberbürgermeister zugleich Kulturdezernent ist, macht dieses Signal umso problematischer“, sagt Kopec.
Die SPD-Fraktion fordert eine umfassende Prüfung der Einführung des Stadtlogos. „Es geht nicht um Geschmack. Es geht um Verantwortlichkeit, Vergabetransparenz und darum, wie diese Stadt strategische Entscheidungen trifft“, so Kopec.
Abschließend kündigt die SPD-Fraktion an, das Thema weiter zu verfolgen: „Wir werden uns mit der Einführung des neuen Stadtlogos weiter befassen und erwarten, dass die politischen Gremien künftig angemessen beteiligt werden.“