StaVo_Hanemann_Dr_Rainer„Wahlzeiten sind vor allem Zeiten, in denen Themen besetzt werden, mit denen sie glauben, beim Wähler Erfolg zu haben“, so resümiert der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion den Vorstoß der Kasseler CDU, mit dem Thema documenta zu punkten. Allerdings sei es eine absurde Forderung, die Eröffnung zu verlegen und haltlose Unterstellung, mit der die CDU in die Öffentlichkeit gegangen sei, denn niemand will Kassel die documenta wegnehmen.

Mit der erneuten Kritik, wider besseres Wissen, an der Konzeption der d 14 und der Person des künstlerischen Leiters, wird der Öffentlichkeit suggeriert, man wolle Kassel zukünftig als documenta-Standort aufgeben. Dass die Forderung ausgerechnet von der Kasseler CDU-Vorsitzenden und Hessischen Justizministerin in den Wahlkampf eingespeist wird, sei jedoch, so Hanemann, ein politischer Vorgang, der besondere Beachtung verdient: Das Land Hessen und die Stadt Kassel sind gemeinsam Träger der documenta-GmbH und Frau Kühne-Hörmann ist, neben anderen CDU-Mitgliedern aus der Stadt und dem Land, Mitglied des documenta-Aufsichtsrates und sie hat genau wie alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrates sowohl der Wahl des künstlerischen Leiters der d14, Adam Szymczyk, als auch seiner Konzeption zugestimmt.

Zur Erinnerung sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass der künstlerische Leiter der jeweiligen documenta von einer unabhängigen Findungskommission ausgewählt und danach vom Aufsichtsrat bestätigt wird. Ein Vorgehen, das dem künstlerischen Leiter die Freiheit garantieren soll, seine Konzeption einer documenta ohne äußere Einmischung auch umsetzen zu können. „Diese politische Unabhängigkeit lobte unter anderem Boris Rhein, Kühne-Hörmanns Kabinettskollege aus Wiesbaden“, unterstreicht Hanemann für die SPD-Fraktion.

Mit der Irreführung eines angeblichen documenta-Verlustes hat die Ministerin dem internationalen Renommee der documenta und des Standortes Kassel nachhaltig geschadet. Noch schwerer wiegt jedoch ihr Verhalten gegenüber der Öffentlichkeit. Im Aufsichtsrat dem Vorschlag der Findungskommission zuzustimmen und auf dem Parteitag so zu tun, als habe sie mit dem Beschluss des documenta-Aufsichtsrates nichts zu tun. Politische Glaubwürdigkeit wird hier für kurzfristig populistische Stimmungsmache im Wahlkampf geopfert. Schon der documenta-Gründer Arnold Bode sagte, dass man die Kunst ernst nehmen müsse und sie ins Zentrum stellen solle, anstatt sie zu benutzen. Diesen Appell richtet Hanemann für seine Fraktion an die CDU und Frau Kühne-Hörmann. „Die CDU sollte wissen, dass die documenta nicht als Wahlkampfthema taugt, dafür ist ihre Bedeutung als Weltausstellung moderner Kunst und Identitätsfaktor für die Stadt Kassel zu wichtig“.

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