SPD
und Grüne gehen verantwortungsvolle Schritte in schwieriger
Haushaltslage
Seit
2006 beschließen SPD und Grüne im Kasseler
Rathaus gemeinsam den städtischen Haushalt. Wie in
den vorangehenden Jahren verfolgen die beiden Fraktionen
das Ziel, den Haushalt langfristig zu konsolidieren und
somit den Handlungsspielraum für die zukünftigen
Generationen sicher zu stellen. Die haushaltspolitischen
Sprecher der beiden Fraktionen, Hermann Hartig (SPD) und
Dirk Döhne (GRÜNE), betonen, dass sie zu schmerzhaften
Einschnitten bereit seien. Wir haben seitens des
Magistrats einen Entwurf vorgelegt bekommen, der deutlich
macht, dass die Kommunen nicht mit den finanziellen Mitteln
ausgestattet sind, um die gestellten Pflichtaufgaben zu
erfüllen, so Hermann Hartig. Die Entscheidung,
in diesem engen Rahmen Schwerpunkte in den Bereichen Bildung,
Kinderbetreuung und Stadtentwicklung zu setzen, ist richtig
und wird von unseren Fraktionen unterstützt.
Die
Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen im Kasseler
Rathaus haben sich für ihre Verhandlungen zum Ziel
gesetzt, den Haushaltsplanentwurf im Ergebnis nicht auszuweiten.
In den Haushaltsjahren vor Beginn der Finanzkrise gelang
es der Stadt mit Unterstützung der beiden Fraktionen,
Schulden in Höhe von 100 Millionen Euro abzubauen.
Auch für das Haushaltsjahr 2012 haben sich die Fraktionen
nur auf Änderungen verständigt, die entweder
präventiv wirken und der Stadt somit langfristig
Geld sparen oder aber direkt der Zukunft der Kinder und
somit der Zukunft der Stadt zu Gute kommen. Wir
haben uns in der rot-grünen Vereinbarung darauf verständigt,
weiter in den Bildungsbereich zu investieren, so
Dirk Döhne. Daher unterstützen wir die
Umwandlung der Schule Brückenhof/Nordshausen in eine
Ganztagsgrundschule, in dem wir den Umbau bereits in 2012
beginnen.
In
dem gleichen Kontext nennt sein SPD-Kollege Hermann Hartig
die beantragte Investition von 100.000€ in die Elisabeth-Knipping-Schule.
Die Gerätschaften der Lehrküche entsprechen
nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Um die Ausbildung
der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten,
ist es notwendig, diese jetzt zu ersetzen. Die Verbesserung
der Ausbildung und Berufsorientierung ist den beiden Fraktionen
bereits seit einigen Jahren eine Herzensangelegenheit.
Das von SPD und Grünen eingeführte Übergangsmanagement
Schule-Beruf wird mittlerweile aufgrund seiner Erfolge
von allen Fraktionen unterstützt und soll auch in
diesem Jahr ausgeweitet werden.
Dass
sich in schwierigen Haushaltslagen sinnvolle und nötige
Projekte verzögern, lässt sich gut an dem Bau
eines Fahrstuhles im Willi-Seidel-Haus nachvollziehen.
Seit Jahren bedarf es in dieser Einrichtung eines barrierefreien
Zugangs für Kinder und Jugendliche. Immer wieder
konnte aufgrund der Deckelung durch den Regierungspräsidenten
bei den Investitionen diesem Wunsch der Kinder und Jugendlichen
nicht entsprochen werden, so Dirk Döhne. Wir
sind froh, dass wir jetzt endlich handeln und somit im
Gegensatz zur schwarz-gelben Landesregierung nicht immer
nur von Inklusion reden, sondern gesellschaftliche Teilhabe
auch ermöglichen. Der grüne Haushälter
betont, dass beide Fraktionen den Haushalt auch dahingehend
überprüft haben, dass ein barrierefreier Umbau
der Altmarktkreuzung möglich ist. Für
uns ist klar, dass nach dem Ende der documenta der Umbau
so schnell wie möglich realisiert werden sollte.
Natürlich ohne die höchste Verkehrsbelastung
dann zu erzeugen, wenn man witterungsbedingt nicht weiterbauen
kann, ergänzt Hermann Hartig.
Im
einzelnen verständigten sich die beiden Fraktionen
noch auf finanzielle Unterstützung folgender Projekte:
eine Masterplanung Ost, die begleitend zu dem geplanten
Umzug des technischen Rathauses die Entwicklung der angrenzenden
Stadtteile zum Ziel hat; die Fortführung des Projekts
Real Life, das sich um spielsüchtige Jugendliche
und junge Erwachsene kümmert, Mieterberatung über
das Frauentreff Brückenhof in Oberzwehren, aufsuchende
Arbeit Alkohol im Wesertor und Gelder für
einen so genannten Feuerwehrtopf Jugend. Dieser
wird benötigt, um im laufenden Haushaltsjahr auf
aktuelle Bedürfnisse in dem Bereich reagieren zu
können.
Finanziert
werden sollen die Anträge der SPD und der Grünen
im Investitionshaushalt durch Restmittel aus dem Umbau
der Hafenbrücke und einer Absenkung des Kapitalaufbaus
bei der Stadthalle sowie im Ergebnishaushalt durch einen
Verzicht auf das Projekt Kids und Einsparungen bei den
Personalkosten.