Pressemitteilung v. 20.7.2010
 


Gut wohnen in Kassel

„Wo die Kasseler gut wohnen - das entspricht wohl in erster Linie deren subjektivem Empfinden. In diese subjektive Beurteilung fließen Kriterien ein, die sehr persönlicher Art sind und nicht mit denen eines bundesweit ansetzenden Wohnkompasses übereinstimmen müssen“, so der Stadtverordnete Wolfgang Rudolph, Sprecher der SPD-Fraktion für Stadtentwicklung.

Dennoch sei es löblich, wenn das Wirtschaftsmagazin Capital den Versuch unternehme, nach einheitlichen Kriterien Wohnstandorte in der ganzen Republik transparent und vergleichbar zu machen. Rudolph warnt aber davor, die Ergebnisse bis hinunter auf die Ebene von Straßenzügen unkritisch zu betrachten. „Je näher man an die Menschen und ihre Wohnungen herangeht, umso ungenauer werden die Erkenntnisse. Das ist der angewandten Methode geschuldet, denn für solche Bewertungen des Mikrostandortes fehlt eine ausreichende Zahl von Beurteilungsdaten“.

Ellen Lappöhn, wohnungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, weist auf mögliche negative Folgen solcher Studien hin: „Betrachtet man die von Capital herausgegebene Karte, so häufen sich die Quartiere mit „einfacher Lage“ zum Beispiel im Kasseler Osten. Dadurch werden alte Vorurteile bestätigt und vermeintlich wissenschaftlich abgesichert. Daraus kann ein Image-Schaden entstehen“. Dies sei ärgerlich, weil doch gerade solche Wohnlagen über interessante Potenziale verfügten. „Warum sollte sich ein nach Kassel ziehender Neubürger nur an den TOP-Wohnlagen orientieren - im Kasseler Osten beispielsweise sind die Preise wesentlich günstiger als am Habichtswaldrand, und es gibt auch dort grüne und ruhige Wohnstandorte“, so Lappöhn.

Aus Kasseler Sicht beinhalteten die Ergebnisse etliche Widersprüche innerhalb der Stadtteile und Wohnbezirke, die aus der vor-Ort-Sicht nicht erklärbar seien. Insgesamt komme Kassel bei dieser Erhebung aber nicht schlecht weg - über das ganze Stadtgebiet verteilt fänden sich „gute Wohnlagen“ in großer Zahl, die offensichtlich Nachfrage erführen. „Kassel scheint von anziehender Wirtschaftskraft und endlich wieder mehr Arbeitsplätzen ebenso zu profitieren, wie durch die erhalten gebliebene dezentrale Struktur seiner vielfältigen Stadtteilkulturen“, bilanzieren Lappöhn und Rudolph.

 

 
 
   
 



Wolfgang Rudolph



Ellen Lappöhn

 
© SPD-Fraktion Kassel