„Durch den Bau des documenta-Institut auf dem heutigen Parkplatz neben dem Rathaus würden eine Abfolge von schönen Plätzen und öffentlichen Räumen entstehen, die die Struktur unserer verlorenen barocken Oberneustadt wieder erlebbarer macht“, fasst unser stadtentwicklungspolitischer Sprecher Mario Lang zusammen. Der Bau würde so zugleich auch die wichtigen Ausstellungsorte in der Innenstadt mit der documenta-Verwaltung, den beiden Uni-Standorten sowie unserem Stadtzentrum verbinden.

Förderzusagen und Fristen gefährdet

Doch dieses Vorhaben liegt auf Eis – vorerst. Denn jetzt ist das gesamte Projekt inklusive seiner Förderzusagen und Fristen gefährdet. Der Grund: Ex-Koalitionär Andreas Ernst verweigerte dem Vorhaben seine Stimme. Dabei hätte mit einem Ja der Stadtverordneten zum documenta-Institut am Montag der Startschuss fallen können auch für eine breite Bürger*innen-Beteiligung. Denn sowohl wir als Fraktion als auch die Stadt nehmen die Sorgen der Anlieger*innen rund um Erreichbarkeit ihrer Geschäfte, Bauzeit und Co. ernst.

Die Sorgen der Anlieger sind zunächst berechtigt und finden bei der SPD-Fraktion Gehör. Etwa 4.000 Unterschriften, von denen viele nicht aus Kassel sind, liegen zusätzlich vor, die eine Bebauung ablehnen. Die SPD wird die Sorgen ernst nehmen und versuchen, diesen in der weiteren Entwicklung durch Dialog zu begegnen.

Diskussion im Ausschuss

Nun jedoch ist völlig offen, wie es mit dem Institut unserer Weltmarke documenta weitergeht. Zunächst ist die Diskussion um die Standortfrage in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr zurücküberwiesen. Hier werden wir weiter für die beste Möglichkeit zur Umsetzung des Institutes und den Standort Karlsplatz werben.

 

Hintergrund: 

Die Magistratsvorlage zum Bau des documenta-Instituts ist vorerst zurückgestellt. Zu riskant war es, dass dieses wichtige Projekt am Montag abgelehnt worden wäre. „Eine negative Entscheidung des höchstens Gremiums der Stadt Kassel zur Vorlage des Kollegen Nolda wäre einer Katastrophe für uns als documenta-Stadt gleichgekommen“, meint OB Geselle. Schließlich steht nichts Geringeres auf dem Spiel als der Ruf unserer Stadt und jener der documenta selbst. Nochmals über den Standort des Instituts zu beraten, ist daher unbedingt notwendig.

 

(Bild: Pixabay; Barni1)