Die SPD-Fraktion im Kasseler Rathaus erklärt sich nicht nur solidarisch mit den beiden angeklagten Kasseler Frauenärztinnen Nora Szász und Natascha Nicklaus, sondern beteiligt sich mit einer Spendensammlung an den Prozesskosten der beiden Ärztinnen. „Uns ist es wichtig, dass wir damit ein eindeutiges politisches Signal setzen gegen die politische Hetze der Abtreibungsgegner“, sagt Sabine Wurst, die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion.

Es gehe der SPD-Fraktion darum, deutlich zu machen, dass die beiden Ärztinnen eine sehr verantwortungsvolle Arbeit im Sinne der Selbstbestimmtheit der betroffenen Frauen leisten. „Frauen in Notsituationen zu helfen und sie vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren, hat nichts damit zu tun, dass die beiden Kasseler Ärztinnen sich persönlich bereichern wollen“, damit entkräftet Wurst eines der Hauptargumente der Abtreibungsgegner und fügt an, dass man auf keinen Fall einen Rückfall in das letzte Jahrhundert akzeptieren wolle. Es werde von den Gegnern ganz bewusst ein falsches Bild eines Abbruches skizziert, in dem die vorgelagerte Beratung nicht thematisiert werde. „Unsere Gesellschaft geht sehr verantwortungsvoll mit Schwangerschaftsberatung und -abbrüchen um, was die sinkenden Zahlen in den letzten Jahren beweisen“, sagt Wurst weiter.

Die Entscheidung, einen Abbruch vornehmen zu lassen, ist eine hoch sensible und individuelle Entscheidung und könne vielschichtige Ursachen haben, deswegen sei es mehr als anmaßend, dass Lebensschützer sich dazu befähigt fühlen, darüber urteilen zu können. Als Krönung der Unverfrorenheit bezeichnet Wurst allerdings das Ansinnen der Lebensschützer, Mediziner zu kriminalisieren, die sich in den Dienst der Gesundheit einer emanzipierten Gesellschaft stellen.

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