„Der AfD-Fraktionsvorsitzende, Michael Werl, hat erheblichen Klärungs – und Erklärungsbedarf“, so Norbert Sprafke für die SPD-Fraktion. Wenn die Presseberichte der letzten Tage zutreffen, so ist Werl die Personifikation der Tatsache, dass rechtsextreme Kreise längst die AfD gekapert haben und die AfD zum parlamentarischen Arm des Rechtsextremismus in Deutschland wandeln wollen.

Nach den vorliegenden Informationen war Werl vor dem Beginn seiner AfD-Karriere nicht nur Landesschriftführer der „Republikaner“, sondern habe auch 2 Jahre in einem Haus der Burschenschaft Germania gewohnt. Im Verbindungshaus der Germania in Kassel gastierten schon bekannte rechtsextreme Größen wie Frank Rennicke, Horst Mahler und Jürgen Rieger. In einem Chat habe Werl zudem die Studentenverbindung Germania als „unsere Studentenverbindung“ benannt, für die Germania habe er Räume in der Universität Kassel gefordert. Daraus resultierend müsse man auch schauen, ob die AfD-Hochschulgruppe „Junge Alternative“ eine Vorfeldorganisation der Germania sei, denn die Germania Kassel gehöre der „Deutschen Burschenschaft“ an, in der die völkischen Burschenschaften organisiert seien. 2011 sollte dort eine Art „Ariernachweis“ eingeführt werden. Zur Mitgliedschaft in der Germania gehöre es wohl zum „schlechten Ton“, Holocaust und NS-Kriegsverbrechen zu verharmlosen und zu leugnen. Damit befindet sich Werl, nach Auffassung Sprafkes, inhaltlich sehr nah bei anderen AfD-Funktionären, die unverhohlen Geschichtsrevisionismus betreiben, um Wählerstimmen im rechtsextremistischen Milieu abzufischen.
Mit ihrem neugewählten Fraktionsvorsitzenden Werl habe die Kasseler AfD nun ein weiteres Personalproblem, nachdem sich schon der Fraktionsvorsitzende Gratzer wegen merkwürdiger Immobiliengeschäfte zurückziehen musste. „Im Ergebnis heißt das, dass sich in der AfD keine besorgten Bürger versammeln, sondern Bürger, die bei Demokraten höchste Besorgnis hervorrufen“, so Sprafke abschließend.

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