Lange Wartezeiten bei Kasseler Fachärzten seien gerade in Kassel kein neues Thema, erklärt Esther Kalveram, gesundheitspolitische Sprecherin der Kasseler SPD Fraktion, als Reaktion auf die von den Grünen im Bundestag erhobene Telefonumfrage zu unterschiedlich langen Wartezeiten von Kassen- und Privatpatienten, die auch in Kasseler Arztpraxen durchgeführt wurde.

Die Kasseler SPD Faktion habe schon im letzten Sommer mit einer Anfrage an Gesundheitsdezernentin Anne Janz die Problematik langer Wartezeiten in Kasseler Facharzt-Praxen thematisiert. „Natürlich ist uns bewusst, dass die Stadt Kassel als Gebietskörperschaft nur bis zu einem gewissem Grad in die Besetzung von Kassenarztsitzen einbezogen wird und keine Möglichkeiten hat, auf die Vorgaben der Kostenträger und der kassenärztlichen Vereinigung einzuwirken,“ so Kalveram. Allerdings habe die erhobene Telefonstudie auch auf kommunale Unterschiede hingewiesen. So warte ein Kassenpatient in Kassel länger auf einen Facharzttermin als beispielsweise in Wiesbaden.

Die Erklärung der grünen Bundestagsabgeordneten Maisch für diesen Unterschied, dass die Ursache dafür in der unterschiedliche Facharztdichte in verschiedenen Regionen sei, ist nicht befriedigend. Laut Kassenärztlicher Vereinigung existiere im Stadtgebiet Kassel in weiten Teilen sogar eine Überversorgung mit Ärzten. Und dennoch existierten zum Teil monatelange Wartezeiten, insbesondere in den Bereichen Schmerztherapie, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie und Kardiologie.

Eine größere Rolle als die Facharztdichte spiele die Budgetierung medizinischer Leistungen und Fallzahlenbegrenzung. Das SPD-Modell der Bürgerversicherung sehe daher vor, das Honorar der Ärzte zu überarbeiten. Ärzte sollen künftig für jeden Patienten die gleiche Vergütung bekommen, unabhängig vom Versichertenstatus. Nur so könne man verhindern, dass ein niedergelassener Arzt ökonomisch kein Interesse daran habe, Kassenpatienten zu behandeln.

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